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Muckenichs letztes Wort in dieser Sache

Hochverehrter un dreizehnter Leo!

Wie ick eben von Schnabelkopp höre, -- det is derselbe Schnabelkopp, der mit Henneberg un Hackmeier zusammen bei Klüthe die Jermania mitliest, Sie werden ihn aber trotzdem nich kennen, -- also wie mir dieser Schnabelkopp sagt, haben Sie sich in einem öffentlichen Actenstück jejen die Auflöslichkeit der Ehe ausjesprochen, indem Sie sagen, daß die Ehescheidung die Jesellschaft zerstört. Also es soll nich jeschieden werden, un wenn sich Mann un Frau uf'n Kopp stellen.

Ick nehme an, daß Sie sich noch herumkriejen lassen, indem es ja keene Kunst is, immer auf seine Hinterbeene zu stehen un keene kalte Füße zu kriegen, was nie was Jutes im Jefolge hat. Ick bin nämlich für Scheidung. Denn wenn zwee Leute sich jeirrt haben un sich nich mehr sehen können, oder wenn die Frau ehemannzipirt is un ihren Siegfried hörnt, oder wenn der Jatte heimlich einer Anderen treu is, denn muß man wieder auseinander können. Det sagt Jeder vernünftige Mensch, der seine fünf Sinne zu verzehren hat.

Nehmen Sie zum Exempel an, Ihre jeehrte Frau Jemahlin, die ick ja nich zu kennen das Vergnügen habe, so daß mir der sämmtliche Dolus fehlt, ick sage also, Ihre jeehrte Frau Jemahlin hinterjeht Sie, indem sie mit einem Cardinal, der wie Kind im Vatikan is, hinter Ihrem jeheiligten Rücken allerlei Stelldicheine hat, so daß es schon alle Dompfaffen von die Dächer zwitschern. Oder Ihre jeehrte Frau Jemahlin verschwendet Ihren sauer erworbenen Peterspfennig für den luxuseriösesten Staat, der ja noch immer nich von der Kirche jetrennt is, indem sie, während Sie sich bekanntlich hungrig uf Stroh wälzen, von einem Modeladen in den anderen jeht un Sammt un Seide un Handschuhe mit zwölf echte Knopflöcher trägt. Oder Ihre jeehrte Frau Jemahlin -- ick wiederhole, daß ick sie nich kenne! -- brennt Ihnen böswillig durch, un Sie fühlen sich im Schooße des Cardinal-Collegiums einsam un wollen wieder, wie unser Schiller so schön sagt, den Himmel offen sehen un det Schönste auf den Fluren suchen. Is es in alle diese Fälle nich nöthig wie das liebe Brod, daß Sie jeschieden werden?

Sie werden dies einsehen, verehrungswürdigstes un allerdreizehntstes Oberhaupt, un sich die Sache nochmal reiflich überlejen. Ick bin für Scheidung un jeder Vernünftige jleichfalls un es is ja ooch das Beste. Mit den besten Jrüßen an Ihre jeehrte Frau Jemahlin, die ick, wie jesagt, nich kenne,

Ihr erjebenster
Muckenich.

Nachschrift. Um Jottes Willen, eben sagt mir Schnabelkopp, daß Sie ja als heiliger Vater, Papst un Oberhirte ledig sind und keene Frau haben. Da nehme ick natürlich Allens zurück un finde es sehr natürlich, daß sie jejen die Löslichkeit der Ehe sind. Wie ick Jungjeselle war, habe ick ooch so gesprochen wie Sie!

Der Obige.

aus: Berliner Wespen, Nr. 10, 13. Jahrgang, 20. Februar 1880

Mit freundlicher Genehmigung der Berliner Wespen

 

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