12.09.2004

Westdeutsche sauer auf Köhler

Angleichung an den Osten gefordert

Die Anregung des neuen Bundespräsidenten Horst Köhler, auf das Ziel gleicher Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu verzichten, ist insbesondere in Westdeutschland auf großes Unverständnis getroffen. Gewohnt engagiert meldete sich etwa der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck zu Wort: „Die Bürger bei uns verstehen das nicht. Fünfzehn Jahre lang sind uns blühende Landschaften versprochen worden wie im Osten. Und jetzt soll das alles nicht sein. Das ist nicht in Ordnung.“

Und auch Ex-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine erhält nun verspätet recht: „Ich bin 1990 dafür abgestraft worden, weil ich den Leuten reinen Wein einschenkt habe. Keiner wollte wahrhaben, dass sich die Wiedervereinigung nicht aus dem Portefeuille finanzieren lässt. Aber es ist einfach so: Nur mit gewaltigen Anstrengungen des Staates können wir die Alt-Bundesrepublik auf das Niveau der neuen Länder bringen. Die vollständige Gleichheit in Deutschland wird eine Illusion bleiben, solange die Regierung keine groß angelegten Konjunkturprogramme wie den „Abbau West“ auflegt.“

 

Religious Correctness

Nennung der Religionszugehörigkeit jetzt Pflicht bei Öffentlich-Rechtlichen

Eine neue Richtlinie des staatlichen Senders ZDF besagt, dass unbestimmte Personengruppen konfessionell gekennzeichnet werden müssen. So hieß es im Zusammenhang mit zwei im Irak entführten Italienerinnen in der 19-Uhr- Heute-Sendung vom 10.09.2004: „Sie wollen dort moslemische Gefangene freipressen.“

In diesem Falle wollte man offenbar durch das Etikett „moslemisch“ den Zuschauern noch einmal einschärfen, dass über 95% der Iraker islamischen Glaubens sind und dass es sich bei den von den Alliierten gefangen gehaltenen Irakern keineswegs um Angehörige religiöser Minderheiten wie etwa Christen oder Jesiden handelt. Diese auch "Huntington-Direktive" genannte Richtlinie soll bald konsequent umgesetzt werden.

 

Kellys adoptieren Jacko

Beide sind in der letzten Zeit des öfteren in den Schlagzeilen gewesen, und das nicht immer nur positiv: die Kelly Family auf ihrem romantischen Hausboot und der scheue Michael Jackson unter seinem Sauerstoffzelt. Nun haben sie sich zusammengetan.

„Alles begann damit, dass Jacko Schwester Maite Nachhilfe in Bauchtanz gab“, erinnert sich Vater Jean Kelly, „sie wäre fast in der Tanzschule sitzengeblieben. Aber mit seiner Hilfe durfte sie gleich den Abschluss machen.“ Michael drehte dann im Gegenzug sein neuestes Video „... and justice for all“ im Vorzimmer des Regierungspräsidenten Carl-Gustav Antwerpes, um auf die Missstände im nordrhein-westfälischen Schulwesen hinzuweisen.

„Das hat uns natürlich sehr gut gefallen, wo Angelo doch so einen Ärger hatte damit, dass er zur Schule sollte“, erläutert die vorwitzige Petra, „auch bei den kleinen Geschwistern hatte er gleich eine gute Hand.“ Und ihr Bruder Patrick ergänzt: „Wir wollten sowieso irgendetwas Soziales tun. Aber Aids-kranke bosnische Kinder hatten wir einfach schon viel zu oft. Deshalb haben wir jetzt mal ein Waisenkind adoptiert, nachdem Jacko von seiner Mutter Lisa-Marie rausgeschmissen worden war.“

Eine Sorge bleibt der sympathischen Musikantenfamilie jedoch: „Wir fahren gerne mal nach Spanien in Urlaub“, gibt Kinderschwarm Paddy zu bedenken, „hoffentlich toleriert Jacko auch Leute mit dunklerer Haut.“