27.09.2004

Dumme Verwechselung oder kluge Verdrehung?

Die Geschichte klingt fast etwas wie aus dem Lied „Pretty fly for a white guy“ von Offspring. Da geht der Held zum Tättowierer, um sich eine böse „13“ einätzen zu lassen, und bekommt stattdessen nur eine nichtssagende „31“.

Ganz ähnlich erging es dem pfälzischen Skinhead Dieter H., der sich den Schriftzug „Aryan Nation“ (nach der amerikanischen Neonazi-Organisation) unter die Haut bringen lassen wollte. Allerdings hatte er die Rechnung ohne den türkischen Tättowierer gemacht, der, wie er nun behauptet, ganz unabsichtlich dafür „Ayran Nation“ buchstabiert hat. Prozess anhängig.



Westerwelle schon wieder als Liberaler geoutet

Nachdem Niedersachsens Wulff die Kultusministerkonferenz verlassen will und aufgeschreckte SPD-ler wie Bildungsprofi Jörg Tauss schon den "Rückfall in die Kleinstaaterei" wittern, ließ sich FDP-Boss Guido Westerwelle nicht lumpen und forderte die völlige Auflösung der KMK. Westerwelle wörtlich: "Die KMK löst keine Probleme der Bildungspolitik, sie ist das Problem der Bildungspolitik". Kapitalismus-Experten der linken Boulevardzeitung N'T sehen in dieser Bemerkung eine Anspielung auf das staatskritische Sprichwort "Politik ist nicht die Lösung, Politik ist das Problem" und vermuten bald immer ungeschminktere liberale Kätzchen aus dem blaugelben Sack.

So deuten Regierungspolitiker auch Westerwelles Sentenz "Lasst tausend Blumen blühen" als Angriff auf die um sozialen Ausgleich bemühte Harmonisierung der Länderkompetenzen unter einem solidarischen Bundesdach und als unverhohlene Aufforderung zur Helvetisierung Deutschlands.