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August

Haare schneiden und heiße Tomaten verlängern Leben

Wissenschaftler des Planck-Instituts in Monschau haben bei einer EU-weiten Feldstudie zwei signifikante Faktoren für ein langes Leben herausgefunden. Nach zehnjährigen Forschungen über die Gründe für das hohe Alter von Menschen in bestimmten abgelegenen Gegenden (rückständige Dörfer in den Abbruzzen, Sardinien, der Eifel, in der kroatischen Medvednica und im schwedischen Schonen) steht fest: All diese Methusaleme schneiden sich überproportional oft die Haare und essen viele Gerichte mit heißgekochten Tomaten.

Das ständige Haareschneiden verkürzt offenbar über eine laterale Inhibition die Telomerase, also das Absterben von Zellsträngen nach der Teilung. Laut US-Historiker Mike Huntington ist dies wohl auch der Grund für die geringe Lebenserwartung der nordamerikanischen Indianer im 19. Jahrhundert.

Heiße Tomaten wiederum verzögern den Altersprozess der Haut, so dass der Körper besser mit Sauerstoff und Mineralien versorgt wird. Ketchup-Aktien wie Kerry schossen nach dieser Meldung in die Höhe.

EU-Gesundheitsministerin Künast und Sozialministerin Keynes wollen nun die Subventionen für Tomaten aufheben und im Gegenzug den Tomatenanbau sowie das Coiffeur-Gewerbe stärker besteuern. In einem Gespräch mit Klatschmohn erklärte Künast, dass billige Tomaten dem EU-Generationenvertrag zuwiderliefen, den man vor kurzem noch durch das Gesetz zur Aktiven Sterbehilfe nachhaltig gestärkt habe. Sozialschützer fordern sogar ein völliges Verbot dieser Früchte.

Bericht: Andrea von Lahnstein

Sozialministerin Ilona Keynes hat zehn Kilo zugenommen. Warum?

Was ist bloß mit Ilona Keynes los? Unsere hübsche Sozialministerin war das politische und persönliche Vorbild für viele selbstbewusste EU-Bürgerinnen. (Klatschmohn berichtete). Doch in letzter Zeit hat sich Keynes offenbar etwas schleifen lassen. Jetzt das schockierende Geständnis:

"Ich habe zehn Kilo zugenommen." Keynes führt die Gewichtszunahme auf Stress im Amt zurück. Beobachterinnen berichten, dass sich Keynes in den Mittagspausen Käsesahne-Torten und Pommes reinziehe, obwohl sie selbst die Steuer auf ungesunde Ernährungsprodukte unlängst um 35% erhöht hatte.

Nachdem letzte Woche dem EU-Kurier ein Paparazza-Foto zugespielt wurde, das Keynes mit übergewichtigem entblößtem Hintern auf ihrem Waldgrundstück in den Ardennen zeigt, war für viele Ministerinnenkolleginnen das Maß offenbar voll. In einer Ministerialsitzung musste Keynes sich erklären und zu ihrem Lebenswandel Stellung nehmen. Keynes versprach, an einem EU-Fitness-Aufbauprogramm samt Aerobic, Stretching und Ayurveda-Massage teilzunehmen. Die Runde beschloss außerdem, aus der Not der Ministerin eine Tugend zu machen: Zur Abschreckung und als mahnendes Beispiel wurde das Paparazza-Foto für die offizielle Presse freigegeben.

Im Gegenzug darf Keynes ihren Ministerinnenposten behalten, sofern sie innerhalb von zwei Monaten die zugenommenen Kilos wieder abnimmt. Wir von Klatschmohn halten unsere Leserinnen natürlich auf dem laufenden!

Bericht: Sappho Hagen

Keynes: Aufgequollen (Ende Juli) und speckig im Wald (anonymes Foto)

Impressum:

Maybrit Schwarzer (Herausgeberin)

Sappho Hagen
(Chefredakteurin)

Andrea von Lahnstein
(Genderbeauftragte
)


Sappho Hagen bei der Recherche

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Die neue Sommer-Mode aus Mailand: Megatransparent und erfrischend

Die bedeutendste Modenschau der EU in Mailand endete gestern mit einem Triumph der Transparenz und mit wohltuend offenherzigen Aspekten. Offenbar sind die Zeiten vorbei, als mit Rücksicht auf Gender-Sensibilitäten die Frau hochaufgeschlossen und unverführerisch agieren musste, um weder in die Objektfalle für X-Menschen (Männer) zu geraten noch um auf in puncto Schönheit herausgeforderte Geschlechtsgenossinnen im Hinblick auf den Gleichheitsgrundsatz Rücksicht nehmen zu müssen. Mit dem EU-Gender-Gesetz zum Ausschluss von Männern aus allen vergnügungsintensiven Veranstaltungen und Medieninhalten wie etwa kinematographischen Darbietungen oder Frauen-Websites sind Modenschauen nun endlich reine Y-Sache, und mit zunehmender Gender-Wissenschaft und einer progressiven Sozialgesetzgebung sind nun auch Schönheitskorrekturen für alle EU-Bürgerinnen kostenlos, so dass hier der Ästhetik-Gerechtigkeit genüge getan wurde.

Klatschmohn-Chefredakteurin Sappho Hagen hat sich in Mailand nicht nur umgesehen, sondern durfte als Ehrengästin selbst eine neue Création von Melissa Versace vorführen (siehe Bild ganz rechts). Die Betonung des typisch Weiblichen als Ausdruck von female pride findet nicht nur ihren Niederschlag bei Versace, sondern auch in den Kostümen von Giorgia Panini, Duce & Talibbana und Dörthe Lagerfeld. Letztere unterstreicht mit einem schwarzen Satin-Tages-Negligée das Zentrum und Symbol weiblicher Fertilität, während Duce & Talibbana ihre Akzente mehr im Sinus-Bereich setzen.

 

Versace
Panini
Lagerfeld
Duce & Talibbana
Versace

Angewandtes Glasnost: Junge fesche Mode aus Moskau

Parallel zu Mailand fand auch beim Klassenfeind in Moskau die größte kapitalistische Modenschau der Welt statt. Ganz offenkundig haben sich die neoliberalen Modeschöpfer mit ihren Ideen bei den EU-Designerinnen bedient, allerdings weniger um anspruchsvolle Mode für die moderne Frau zu liefern, sondern vielmehr um die patriarchalen Interessen der Macho-Kapitalisten zu bedienen. Geradezu als Affront kann daher auch der Umstand verstanden werden, dass in Moskau die große Stunde der heterosexuellen Überläuferinnen aus dem EU-Staat geschlagen hatte, die, angelockt von schnödem Mammon, sich nicht scheuen, aus ihrer Neigung einen Hehl zu machen. Kerstin Bohlen etwa trug rote, aber ansonsten einfallslose Kleider von Smertin und Sorokin vor, Diane Scargill einen rosafarbenen Umhang von Sorokin, die bezopfte Masha Milosevic hatte ein altmodisches hellblaues Beinkleid und Melissa Prodi ein dämliches und uraltes Schottenröckchen an.

 

Smertin
Sorokin
Sorokin
Bakuninow
Smertin

Dessous-Ausstellung von Helen Matrix

In der ehemaligen Frankfurter Börse ist die Dessous-Ausstellung der Unterwäschekönigin Helen Matrix eröffnet worden. Die Ausstellung mit Live-Models und Wäsche zum Anprobieren wird wahrscheinlich bis Ende November gehen und dann den Männer-Körperwelten von Marianne Kohl weichen. Sehenswert sind vor allem lebensgroße Photographien und Wachsfiguren der ehemaligen EU-Star-Models Kerstin Bohlen (Bilder 1 und 5), Letizia Casta (Bild 2), Anja Brasauskiene (Bild 3), Masha Milosevic (Bilder 6 und 7) und Melissa Prodi (Bilder 9 und 10)


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