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Der Attac-NPD-Streich und die Reaktionen der Presse

Was war wirklich passiert?
Der sich als konsequenten Liberalen sehende Chefredakteur des Satiremagazins Gustloff veröffentlicht auf einem kostenlosen Web-Hoster eine selbst erstellte Seite, aus der textimmanent eigentlich nur folgender Schluss gezogen werden kann: „Es gibt in der Attac ein paar bislang zumeist versteckt operierende Nationaldemokraten, welche die antiglobalistischen Attac-Vorstellungen für kompatibel mit den Zielen der NPD halten. Diese Leute haben jetzt eine eigene Webseite.“

Gustloff-Redakteurin Naomi Braun-Ferenczi, also ich, reichert die Seite dann noch mit einem Impressum an, das auf eine Adresse der NPD-Hochburg Sebnitz und auf die Kontonummer einer NPD-Stiftung verweist. Unter dem adhoc ausgedachten Namen Horst Fischer schickt sie dann eine Pressemitteilung an diverse Medien.

Einem Skandal auf der Spur
Der Spiegel reagiert zuerst. Man telefoniert mit Attac und NPD, dort weiß man nichts von dieser Initiative. Spiegel-Online-Redakteurin Anna Reimann veröffentlicht daraufhin einen Artikel unter der Überschrift „Attacke auf Attac“ - einem wahren Alliterationsknaller. Dort heißt es u.a. „Unbekannte haben im Internet eine gefälschte Seite erstellt, die eine Zusammenarbeit zwischen Attac und der rechtsradikalen NPD suggeriert.“

Doch Moment mal: Was ist eigentlich eine „gefälschte Seite“? Eine Seite mit illegal hergestellten Bits und Bytes vielleicht? Und inwiefern wird auf der Seite eine „Zusammenarbeit“ suggeriert? Warum schreibt Reimann nicht wahrheitsgetreu etwas wie: „Seite, auf der angeblich einige Nationaldemokraten in der Attac an die Öffentlichkeit treten“? Ferner zitiert Reimann Attac-Gründungsmitglied Peter Wahl: "Wir sind uns zu 90 Prozent sicher, dass linksradikale antideutsche-sektiererische Gruppen hinter der Aktion stecken. Sobald wir wissen, wer genau dahintersteckt, werden wir Anzeige erstatten." Bei seiner Vermutung mit den linken Antideutschen lag der prodeutsche Wahl, wie wir jetzt wissen, leider daneben. Die Spiegel-Meldung wird interessanterweise umgehend von der Washington Times aufgegriffen, deren Redakteur verstanden hatte, dass die Attac-Seite gehackt worden sei.

Auch die Netzeitung berichtet nun über den Vorfall. Im wesentlichen bringt sie inhaltlich das, was der Spiegel geschrieben hat, doch als Sahnehäubchen bringt sie noch das Resultat einer hochinvestigativen Eigenleistung: Auf dem Forum der FDP sei man schadenfroh über die NPD-Attac-Webseite.

Das Outing der rechten Neoliberalen
Nun nutzen der Gustloff-Chef sowie der Herausgeber des ef-magazins die Gunst der Stunde und mailen am 3.8. eine Pressemitteilung an diverse Medien, in der man sich als Urheber der Satire zu erkennen gibt. Auf der Attac-Seite erscheint bald eine entsprechende Nachricht. Dort heißt es unter der Überschrift „Gefälschte Web-Seite verleumdet Attac“:

„Darin wird neonazistisches Gedankengut propagiert und die Lüge verbreitet, NPD-Mitglieder würden sich in Zukunft bei Attac engagieren wollen. Als mögliche Urheber wurden rechte Kreise oder Personen aus dem antideutschen Spektrum vermutet. Zwischenzeitig wurde in einem Artikel bei Spiegel Online der Eindruck erweckt, Attac mache pauschal 'Linksradikale' für die Aktion verantwortlich; dieser Eindruck ist falsch. Inzwischen haben sich die Urheber der Seite zu erkennen gegeben. Es handelt sich um Personen aus dem rechtsliberalen Spektrum, die mit der Aktion Werbung für eine obskure Zeitschrift machen wollten und marktradikale Thesen verbreiten.“

Die Umwertung aller Werte
Ob gewollt oder nicht: Propagandistisch hätte man diese Meldung aus Attac-Sicht nicht besser machen können. Chapeau! Hier wird nämlich wirklich etwas suggeriert: Nämlich, dass die „obskuren“ Verfasser der Satire selbst Rechte seien („rechtsliberale“) und daher selbst ein Interesse daran hätten, „neonazistisches Gedankengut“ zu propagieren. Geschickt wird die eigentliche Zielrichtung der Satire ins genaue Gegenteil umgedeutet. Denn nach dem politischen Koordinatensystem von Attac, das sie selbst pflegen und ihrer Klientel zu vermitteln suchen, können doch nur Noch-Linkere Attac vorwerfen, „rechts“ zu sein, also ähnliche Ziele wie die NPD zu verfolgen. Jetzt muss natürlich auch bestritten werden, dass man pauschal antideutsche Linksextremisten verdächtigt hatte. Nein, man hat es ja eigentlich gleich gewusst: Das waren „Rechte“!

Diese Sicht der Dinge zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle weiteren Presseberichte, in denen die Sache mit den „Rechten“ aka „Rechtsliberalen“ oder „Neoliberalen“ ungeprüft übernommen wird. Der SPIEGEL, zunächst ohne Nennung des Redakteurs (später wurde wieder Anna Reimann als Verfasserin angegeben), schreibt zum größten Teil wortwörtlich von der Attac-Nachricht ab und meldet: „Neoliberale Gruppierung denunzierte Attac“. Offenbar hat sich da eine Nachwuchsredakteurin beim Stöbern im Fremdwörterbuch vertan, denn „denunzieren“ bezieht sich ja im gängigen Sprachgebrauch auf das Petzen einer wirklichen oder vermeintlichen Straftat.

In dem Beitrag heißt es weiter, dass die „obskuren“ Urheber der „gefakten“ Seite von André Lichtschlag angeführt worden seien. Und nun kommt wieder eine investigative Eigenleistung, die offenbar auf der von der Netzeitung gemeldeten Häme im FDP-Forum basiert: Man hat den FDP-Sprecher Wulf Oehme angerufen. Aus den zitierten Stellen des Sprechers geht hervor, dass Oehme alle FDP-Mitglieder, welche diese Aktion gut fanden, als vom „Pfad abgekommene“ Schäfchen brandmarkt. Außerdem lehne die FDP eine Zusammenarbeit mit Lichtschlag ab. Da hat der gute Oehme anscheinend übersehen, dass einige Hardcore-Liberale, so auch Gustloff-Chefredakteur Schah, nicht nur mit der FDP zusammenarbeiten, sondern als FDP-Mitglieder sogar innerhalb dieser Partei agieren, wie zum Beispiel die Leute von der Libertären Plattform.

Nachdem auch die Junge Welt am 4.8. in einem Interview mit dem Attacler Pedram Shahryar klarstellt, dass es sich bei den Spaßvögeln um eine „obskure rechtsliberale Gruppe“ handelt, erreichen einen Tag später Rechts-Deklination und Stille-Post-Metamorphose bei Telepolis einen neuen Höhepunkt. In seinem kurzen Beitrag verwendet Peter Nowak 15 mal den Wortbestandteil „rechts“ und behauptet wahrheitswidrigerweise: „Behauptet wurde auf der Seite, dass sich NPD und Attac auf einen gemeinsamen Internetauftritt geeinigt haben.“ Dafür dass Nowak selbst die „Satire der neurechten Neoliberalen“ offenbar keines Blickes gewürdigt hat, setzt er umso fleißiger alle möglichen Links zu weiteren obskuren Webseiten, etwa auf einen Beitrag in einem Diskussionsforum, aus dem hervorgehe, dass Lichtschlag sich überall dort „tummelt, wo Rechtsradikale und Rechtsliberale zusammentreffen.“

Das Rätsel des Spartakus
Mit dieser Meldung setzt Nowak eine über 150 Posts umfassende Diskussion auf Telepolis in Gang, auf der etwa ein „Spartakus“ erklärt, warum Rechte und neoliberale Kapitalisten ein und dasselbe Gesocks seien, indem er auf die Karikatur „Millionen stehen hinter mir“ hinweist, auf der Hitler Gelder von Industriellen kassiert. Spartakus wörtlich: „Und diese 'Millionen' sind halt keine Nazis, sondern geldfettes FDP-Klientel. 'Sturmtruppen des Kapitalismus' ist da richtig zutreffend.“

Aha, der arme Adi und die ganzen unbedarften Nazis waren also nur Marionetten der übermächtigen Kapitalisten! Adi war demnach ziemlich ohnmächtig, so dass er zwar zig Millionen Menschen umbringen konnte, aber an die finsteren Industriebosse nicht rankam, so dass er wohl oder übel um deren Spenden betteln musste, statt sich den Schotter einfach so zu nehmen. Deswegen war der rechte Adi ja auch so neidisch auf den linken Stalin, da dieser alle Reichen nicht nur zu enteignen, sondern sogar zu liquidieren vermochte. Was hat Adolf da bloß falsch gemacht? Sicherlich hat Attac für dieses Problem die rechte oder auch linke Lösung parat!

Naomi Braun-Ferenczi

 

 

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