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Der Gustloff-Photo-Award 2004

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Die Sieger des Gustloff-Photo-Awards 2004

Die Gustloff-Kunstredaktion hatte europaweit dazu aufgerufen, aussagekräftige Photos zum Thema "Nichtdigitale Photos als stumm-beredte Zeitzeugen der Siebziger und Achtziger Jahre" einzusenden. Nach wochenlanger Beratung hat unsere Jury aus Kunstexperten, Philosophen und Photomanen die 28 schönsten Bilder prämiert. Sie alle zeigen die Achtziger auf eine denkbar ungeschminkte Art und bezeugen die lebendige Gewesenheit einer eben erst verschiedenen Epoche.


Gustloff verkauft die Photo-Originale sämtlicher prämierter Photos zu erschwinglichen Preisen an engagierte Kunstliebhaber
. Aus dem Erlös soll der Gustloff Photo Award 2005 finanziert werden. Kaufinteressenten mailen bitte an: mail@gustloff-online.de

1. Schneelandschaft mit Mülltonnen (von Linda Hambacher)
Das Photo, entstanden 1986 im rheinischen Jülich, enführt uns in eine Zeit, als es weder grüne Punkte noch gelbe Tonnen gab, in einen verwunschenen Kosmos erratischer Nonchalance, was ökologisches Bewusstsein anging. Der weiße Schnee vor dem betongrauen Haus unterstreicht in ironischer Indifferenz die verlorene Unschuld der von Elften Septembern, Künasts und Küblböcks unbeleckten Zeitgenossen.

350 Euro (leider bereits verkauft)

2. Spielmann in Dortmund (von Ilse Yamashita)

Ein Bild, wie es charakteristischer für die 70er Jahre nicht sein könnte: Die Erhard'schen Wirtschaftswunderjahre weichen, symbolisch eingeläutet durch die Trauermelodie des melancholischen Spielmanns, einem ausufernden Wohlfahrtsstaat, der den Marsch der Institutionen weltfremder 68er noch vor sich hat und dreieinhalb Jahrzehnte der Stagnation prägt.

400 Euro

3. Gotthilf unplugged (von Fred Niederzier)

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere genießt der schwäbische Musikrebell Gotthilf Fischer den Applaus seiner zumeist noch jugendlichen Fans auf einem Konzert in Böblingen. Seine Gesichtszüge scheinen ausdrücken zu wollen, dass er voller Stolz etwas Licht in die von Natodoppelbeschluss, Wackersdorf und Westernhagen leidgeprüften Seelen seiner Mitmenschen zu werfen vermag.

215 Euro

4. Pariser Graffitikünstler (von Sidonie Santuzzo)

Ein junger Punk im Pariser Vorort La Défense haucht einer Betonsäule Leben ein, die somit als Golem'scher Stützpfeiler dirigistischer Architektursünden fungiert. Die schlichte Poesie des jungen Punk ("je t'aime") auf nacktem, aber schuldigem Stein geht unter die Haut und erzeugt rabulistische Schwingungen, denen kein noch so herzlos dahergebauter Wolkenkratzer widerstehen kann.

230 Euro (verkauft)

5. Endstation Lungenzug (von Michael Graf)

Vor einem Fakultätsgebäude in Kiel posiert eine Gruppe junger Leute, davon einer in Bundeswehruniform, der eine Schachtel Zigaretten, die damals 2 DM kosteten, zur Schau stellt. Wehrpflicht und Tabaksteuer als Entmündigung freier Individuen werden so in eine kontextuelle Symbiose zueinander gesetzt und erzeugen beim Betrachter eine kathartische Trauerarbeit.

240 Euro

6. Grillage-Torte (von Petra von Petersdorff)

Ende der Siebziger veränderte sich die Krefelder Nachmittagstischkultur schlagsahnartig, als die cremige Erfindung eines Kempener Konditors die Runde machte. Die aus drei Generationen bestehende Runde in einem mit Venloer Rokoko dekorierten Esszimmer zeigt, worauf es dem Spießbürger der Pink-Floyd-Ära ankam: Oberflächliche Manieren und viel Sahne im Bauch.

400 Euro

7. Erzürnter Rottenführer (von Udo Samulski)

1986 brannte sich der Supergau von Tschernobyl in das kollektive Gedächtnis der Menschheit und wurde zum retrospektiven Menetekel für eine entfesselte staatliche Energiepolitik, der es nur um die Elektrifizierung des Sklavenvolks ging, auch auf unserer Seite des eisernen Vorhangs, wo wir (Photo) einen ABC-gesicherten Rottenführer der Bundeswehr bei Daun sehen.

340 Euro

8. Zerlegung der Braut (von Mirjana Heikaus)

Den atavistischen Rückfall Europas in barbarischen National-Etatismus, angefangen mit den sozialistischen Bruderkriegen im zerfallenden Staatsgebilde "Jugoslawien", antizipierend, zeigt dieses 1985 entstandene Bild eine Gruppe von fünf jungen Tschetniks bei einer illegalen Wehrsportübung, bei der die Braut des Soldaten mit verbundenen Augen zerlegt und wieder zusammengesetzt wird.

600 Euro

9. Tristan und das Heroin (von Pascal Merchez)

Mitte der 80er Jahre erfolgte aus dem schier Sartre'schen Nichts das brachiale Polit-Sein des bretonischen Nationalwohlfahrtsstaatlers Le Pen, zu dessen Fans auch dieser verblendete Bohémien gehörte, dessen schildbürgerlicher Aufruf zur Wahl des detailverliebten, fleischgewordenen Hinkelsteins flankiert wird durch die Andeutung suizidal-herostratischer Geworfenheit.

250 Euro

10. Haarspalterische Häresie (von Txakurra Gazteiz)

Eine eskapistische Runde junger Zeugen Jehovas chantet heiteren Gemüts mit monotonen Reimen wie "Haare Jehova, Haare Haare" zu ihrem Papst Ron Hubbard, dessen achtundachtzig rote Rolls Royce 1987 in der Berliner Mun-Disco "Aum Jihad" ausgestellt wurden. Das Bild zeigt semiperspektivisch, wie diese friedlich-bukolische Putzgruppe das Straßenpflaster zu seinem Ashram macht.

290 Euro (verkauft)

11. Verhinderte Federführung (von Michel Collinot)

Ein junger französischer Möchtegern-Schrifsteller aus Toulouse hält ein selbstgemaltes Plakat, auf dem er offenbar seinem Wunsch nach Mitgliedschaft im PEN-Club Ausdruck verleiht -  "Der PEN, schnell!" Die kontrastive Spannung zwischen Wunsch und Wirklichkeit wirft auch ein bezeichnendes Licht auf die sich anbahnenden Anglizismus-Verbote der "grande nation": Die "Feder" als Freiheitsschrei!

350 Euro

12. Kopflose Behauptung (von Balthasar Lathe)

Dieser kopflose Reiter, aufgenommen 1979 auf einem Survival-Trecking im kanadischen Banff-Nationalpark, scheint mit seinem daguerrotypisch ebenso enthaupteten Klappergaul darauf hinweisen zu wollen, dass die Reise in die letzten zwei Millenniumsdekaden der Suche nach einer verlorenen Zukunft gleicht, die erst je und je in den goldenen Zuckungen einer libertären Morgendämmerung mündet.

300 Euro

13. Gradmesser der Freiheit (von Tülin Ciringiroglu)

Wir können nicht erkennen, welche Temperatur dieses für die damalige Zeit revolutionäre digitale Thermometer vor einer Apotheke bei Düren anzeigt, doch die ganze Atmosphäre dieses Ensembles lässt uns durch seine krude Nüchternheit frösteln, wissen wir doch, dass selbst ernannte Klimapropheten ohne geeignetes Messinstrumentarium den globalen Kollaps herbeibeschworen haben.

270 Euro

 

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