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Frankreich erwägt Quote für französische WWW-Seiten

Der französische Innenminister Toubon ist entsetzt. Gerade eben hatte eine Koalition aus Verteidigern der Kultur von FN bis PCF das Aus für englische Begriffe in Frankreich durchgesetzt, da eröffnen Kulturbanausen auch schon eine weitere Front, das Internet (le réseau international).

Jetzt hilft nur noch ein Mittel, welches auch schon bei Film und Popmusik (la musique populaire) dem Französischen die Weltgeltung zurückerobert hat: die strikte Quotierung.

So sollen allein Server (le serveur) aus dem Land der 'biftecks' erreichbar sein, wenn sie mindestens 30 Prozent französische Seiten anbieten, weil sonst eine Verballhornung der französischen Sprache drohe. Außerdem wird der Import englischer Webclients (le client du tissu mondial) wie Netscape erschwert, und mit bequemen Filterprogrammen werden die sowieso schon unverschlüsselten Mails der Landsleute nach bedenklichen Fremdworten durchsucht. Kritiker bleiben dennoch skeptisch. "'Das reicht nicht", so ein postmoderner Philosoph, der wegen häufiger Gastaufenthalte in den USA lieber ungenannt bleiben will.

Aber einen Trumpf hat Innenminister Toubon noch im Ärmel: "Wir werden die Freiheitsstatue zurückverlangen, wenn nicht bald etwas gegen den ungehinderten Gebrauch von englischen Worten getan wird."

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