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Die Bildzeitung meldete es exklusiv: Der Äquator hat sich dramatisch noch Norden verschoben. Und BILD malte schwarz: Bald werden wir alle Afrikaner und unsere Namen entsprechend ändern müssen, so auch Unionsvorsitzende „Angola Merkel“. Grund genug für das Wetteramt der UNO, die Deutschen über die bevorstehenden Umwälzungen zu informieren.
Naomi Braun-Ferenczi

Frau Krause aus Karlsruhe: Krause.

Feuerherd: Guten Abend, Frau Krause, Feuerherd mein Name. Ich rufe an vom Wetteramt der UNO. Wir führen eine Umfrage durch über die Hitzewelle und ihre Folgen. Sind Sie auch davon betroffen?

Krause: Ja, da sagen sie was. Allerdings bin ich da betroffen.

Feuerherd: In den letzten Tagen hat sich ja der Äquator nach Norden verschoben. Haben sie was davon gemerkt?

Krause: Ich glaube schon. Wo ist denn der Äquator jetzt?

Feuerherd: Der ist jetzt schon bei Timbuktu, und wenn das so weiter geht, dann ist der bald bei Ihnen in Karlsruhe.

Krause: Wirklich? Das wäre ja schrecklich!

Feuerherd: Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wo Sie dann hinziehen würden? Haben Sie Verwandte in Island oder in Sibirien?

Krause: Nee, also! Meine Nachbarin kommt aus Russland, die wird dann bestimmt auch wieder zurück nach Sibirien, hä hä! Aber hier bei uns der Äquator, das gibt’s doch nicht!

Feuerherd (streng): Ist aber so! Deswegen rufen wir ja auch an. 40 Grad sind dann bei Ihnen Dauerzustand. Sie müssen sich dran gewöhnen oder auswandern!

Krause: Ich lass doch hier mein Haus nicht im Stich.

Feuerherd: Stich ist ein gutes Stichwort. Schätzungen zufolge werden die Hälfte der Menschen bei Ihnen einen Sonnenstich bekommen. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit.

Krause: Ja was denn?

Feuerherd: Wir führen bei Ihnen in Deutschland in verschiedenen Sonnenstudios so ein Programm durch, dass die Haut den Temperaturen angepasst wird. Die Haut wird dann dunkelbraun bis schwarz, um mehr Hitze abweisen zu können.

Krause: Hä?

Feuerherd: Anschließend wird Ihnen Silikon in die Lippen gespritzt, damit diese mehr Feuchtigkeit aufnehmen können. Und sie kriegen eine Art Dauerwelle mit ganz kurzen Löckchen, damit ihr Kopf schön kühl bleibt.

Krause: Und das soll helfen? Wo kriege ich das, im Sonnenstudio?

Feuerherd: Jou! Haben Sie schon mal einen Afrikaner gesehen?

Krause: Äh, ja schon.

Feuerherd: Sehen Sie, nach der Behandlung im Sonnenstudio sehen Sie dann auch so aus.

Krause: Wie ein Ne.. äh ein ...fri.. Frikaner?

Feuerherd: Ja, das ist Ihre einzige Chance, am Äquator zu überleben.

Krause (lachend): Ja, wenn das so ist ...

Feuerherd: Oder sind Sie Rassistin?

Krause: Hä, nee, Sie meinen, ob ich was gegen Ausländer hab?

Feuerherd: Jawohl.

Krause (gewitzt): Nee, wenn ich dann doch selbst eine Schwarze bin? Ich meine, wenn ich das mit dem Sonnenstudio gemacht hab.

Feuerherd: Gut, aber das sehen dann andere nicht so. Nehmen wir die Afrikaner, die wohnen dann in einer kühlen Region, wenn der Äquator da weg ist. Die werden dann immer heller, und wer weiß, ob die da unten dann nicht auf Sie als Deutsche herabsehen und so einen Hals kriegen, wenn Sie dann schwarzer sind als die Kongolesen.

Krause (luzid): Warum sollen die denn heller werden? Schwarze hier werden doch auch nicht weiß.

Feuerherd (ungeduldig): Weil es hier immer heißer wird, werden die nicht weißer. Außerdem werden die sehr wohl weiß. Schauen Sie sich mal Condoleeza Rice und Colin Powell an.

Krause: Kenn ich nicht.

Feuerherd: Oder Michael Jackson.

Krause: Und das kommt wegen der Sonne?

Feuerherd (trotzig): Ja, das kommt wegen der Sonne!

Krause (verwirrt): Ja, also, was wollen Sie denn jetzt von mir?

Feuerherd: Wir haben Ihnen jetzt zwei Alternativen aufgezeigt: Entweder Sie werden schwarz oder Sie wandern aus.

Krause: Und wohin dann?

Feuerherd: Da kommen wir als UNO ins Spiel. Wir schlagen einen Bevölkerungsaustausch vor. Deutsche, Holländer und Polen werden in den Kongo umgesiedelt, und die Leute im Kongo kommen dann nach Mitteleuropa. Dann muss keiner seine Hautfarbe wechseln.

Krause: Ja Moment, aber da unten, da gibt’s doch keine ordentlichen Häuser und so. Das ist doch unfair. Wir haben doch hier alles aufgebaut, und da soll jetzt der Kongo rein?

Feuerherd: Sie als Deutsche haben doch Erfahrung mit Wirtschaftswundern. So wie ich Sie kenne, ist der Kongo bald eine blühende Landschaft. Auch der Schröder kommt dann ja nach, und auch der Lafontaine.

Krause (unsicher): Also ich weiß nicht. Und wir müssen dann wieder rackern und von vorne anfangen oder was ?!

Feuerherd: Die UNO hilft Ihnen dabei. Karlsruhe wird dann am Oberkongo wieder aufgebaut. Da müssen nur noch Ebola und Aids bekämpft werden.

Krause: Ne, also da hätte ich zu viel Angst, vor Aids und so, und die ganzen wilden Tiere!

Feuerherd: Die Tiere sterben eh aus, weil es dort zu kalt wird. Die Gorillas werden dann in den Schwarzwald umgesiedelt.

Krause: Also, da mach ich doch lieber das mit dem Sonnenstudio.

Feuerherd: Gut, Sie werden sich bestimmt dann später bestens mit Ihren neuen Mitbürgern aus dem Kongo verstehen. Allerdings müssen Sie dann deren Sprache lernen, wenn Sie hier bleiben wollen. Dann wird ja hier das der neue Kongo.

Krause: Also das wird mir jetzt zu bunt. Ich bleib hier und basta, ich lern doch nicht jetzt noch ne Negersprache!

Feuerherd: Da sollten Sie aber jetzt mit anfangen. Von Ihren neuen Nachbarn werden Sie bestimmt oft „Bongo Bongo“ hören. Wissen Sie, was das heißt?

Krause: Nee.

Feuerherd: Das ist die Aufforderung zu einer kleinen Begrüßungsorgie.

Krause: Was ist das?

Feuerherd: Ja, also, der Schwarze schnackselt gern. Die Erfahrung hat auch Fürstin Gloria gemacht. Die wird jetzt aber auch selbst schwarz, da die ihr Schloss nicht aufgeben will.

Krause: Kann ich verstehen.

Feuerherd: Also, ein wenig werden Sie sich dann anpassen müssen und dann auch mal mitschnackseln.

Krause: Ich weiß jetzt nicht so genau, was Sie meinen.

Feuerherd: Gruppensex!

Krause: Sie wollen mich wohl veräppeln?

Feuerherd: Gut, Frau Krause, überlegen Sie’s sich. Ich muss jetzt weitermachen, es gibt ja schließlich noch andere Karlsruher, die beraten werden wollen. In den nächsten Tagen kommt dann Herr Lumumba von der Botschaft des Kongo bei Ihnen vorbei. Auf Wiederhören.

Krause (verzagt): Wiederhören.


21.8.2003 - In der Rolle von Frau Feuerherd:Naomi Braun-Ferenczi