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Leinwand bleibt unser!

Die erfolgversprechenden Bemühungen der deutschen Musikbranche ("Arbeiter der Saite und des Kehlkopfes"), das heimische Sangesgut durch eine Quote zu verteidigen, haben nun auch Nachahmer in anderen Bereichen gefunden. Als nächstes soll hier das deutsche Kino dran sein, das trotz massiver Subventionen immer noch nicht den verdienten Sieg über Hollywood davongetragen hat. Das ist jedenfalls das erklärte Ziel einer neuen Initiative, die sich gestern der Presse vorstellte und auf breite Unterstützung von Antje Vollmer bis Wolfgang Thierse rechnen darf.

Unter dem Motto "Deutsche schaut deutsche Filme" soll demnächst nicht einfach nur eine Quote durchgesetzt werden, sondern ein allgemeines Verbot ausländischer Filme. Man sei keineswegs intolerant oder gar ausländerfeindlich, nur gegen Amerikaner, betonten dabei die Sprecher des Komitees "Arbeiter der Kamera und der Mimik". Selbstverständlich dürften weiterhin bekannte Klassiker aufgeführt werden, allerdings in einer für das deutsche Publikum angepassten Version.

In Verfolgung unser Informationspflicht möchten wir nun unseren Lesern eine "Peak Preview" -- hoppla, fast hätten wir schon wieder einen Anglizismus verwendet, wir meinen natürlich: eine "Reinschnupper-Vorschau" bieten, was die Renner der nächsten Kinosaison sein könnten:


"Castrop-Rauxel" (war: "Casablanca")

Richard (Jens Riewa) betreibt in Castrop-Rauxel eine Imbissstube. Eines Tages taucht Ilse (Iris Berben), seine alte Liebe, auf. In Ihrer Begleitung: Viktor Laslinger (Klaus-Jürgen Wussow), der vor den Türken flieht, die seit dem Anschluss Europas an das Osmanische Reich Kebab als Pflichtessen durchsetzen wollen. Auch Ilse entdeckt ihre alte Liebe zu Richard wieder, während im Hintergrund Wolfgang Niedecken "Verdammt lang her" bis zum Abwinken klampft. In einem schweren Gewissenskonflikt entscheidet sich Richard schließlich, Ilse und Viktor bei ihrer Flucht nach Mallorca zu helfen. Ergreifende Schlussszene auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn.


"Rudi" (war: "Rocky")

Aus Anlass des letzten Tags der deutschen Einheit entschließt sich Alfons "Apollo" Krieg (Klaus-Jürgen Wussow), seines Zeichens deutscher Meister im Halma, einem namenlosen Spieler die Chance zu einem Titelkampf zu geben. Die Wahl fällt auf Rudi Ochsenknecht, den "westfälischen Ochsen". Dieser beginnt daraufhin unter Anleitung von Paule (Jens Riewa) ein hartes Training in einem Schlachthof. Besonderes Augenmerk bei der Vorbereitung gilt dabei dem Wurf der Halmafiguren gegen ausgenommene Kaninchenhälften (wegen Einwänden von Tierschützern aber nur Attrappen aus Tofu!). Nebenher verliebt sich Rudi in Andrea (Iris Berben), Paulchens schüchterne Schwester, wobei die beiden über ihre gemeinsame Liebe zu einem Goldhamster zueinanderfinden. Im entscheidenden Spiel gegen Alfons Krieg gewinnt Rudi nur äußerst knapp in der zwölften Runde. Beglückwünschung durch Alt-Präsident Johannes Rau (hervorragend gespielt von Joschka Fischer).


"Hoher Mittag" (war: "High Noon")

Der Sozialarbeiter Willy Kehn (Klaus-Jürgen Wussow) ist in seinem Kiez sehr angesehen. Heute freut er sich auf seine Hochzeit mit Amelie (Iris Berben), der Vorsitzenden der örtlichen Tierschutzgruppe. Doch wie durchsickert, soll gegen Mittag mit der S-Bahn Frank Müller (Jens Riewa) anreisen, ein mit seiner Resozialisierung unzufriedener Mitarbeiter im offenen Strafvollzug, um mit Willy Kehn einige Probleme auszudiskutieren. Das Kiez scheint den Sozialarbeiter bei seinen Bemühungen zuerst unterstützen zu wollen, distanziert sich dann aber schrittweise von ihm. Willy Kehn lädt daraufhin Frank Müller und seine Kumpels zu sich auf einen Jasmin-Tee ein. Nur durch Eingreifen seiner Verlobten in das Beratungsgespräch kann er seine Schützlinge von einem Engagement im Umweltschutz überzeugen. Das junge Ehepaar fährt nach getaner Arbeit in die Flitterwochen nach Mallorca.