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10.07.2006

FUSSBALL-WM

Deutschland ist Fußball-Weltmeister 2006

PRESSESCHAU:

Frankfurter Rundschau: Das Wunder von Berlin
Bild: Saudi-Sause in Berlin
taz: Klinsmann gewinnt Kampf der Fußball-Karikulturen
FAZ: Eigentor von Saudi-Stürmer Al Khansir bringt WM-Gastgeber den vierten Titelgewinn

Al Hurra (Saudi-Arabien): War Alkohol im Spiel? Benebeltes Saudi-Team verliert gegen ungläubige Deutsche
Al Alaaf (Saudi-Arabien): Allah ist kein Fußball-Fan
Keyhan (Iran): Endlösung auf dem Rasen
Payam-i Marg (Iran): Ahmadinedschad gratuliert Angela Merkel zum Sieg
Jyllands Posten (Dänemark): Deutsche beleidigen gesamten Fußball-Olymp
O Globo (Brasilien): WM der Schande findet unwürdigen Abschluss
Clarín (Argentinien): Rostende Robocops stolpern zum WM-Titel
The Sun (England): Hunnen gewinnen Finale der Fußball-Zombies
The Times (England): Linekers Gesetz brutal wie nie zuvor
De Volkskrant (Niederlande): Fußball in alle Ewigkeit diskreditiert
Washington Post (USA): Ground Zero in Berlin
Arena (Spanien): Will die Welt weitere WMs sehen?
Gazzetta dello Sport (Italien): 2006 – Das Jahr, als der Fußball Selbstmord beging

Deutschlands abschüssiger Weg zum Titel

Wer hätte das nach der für das WM-Gastgeberland desaströsen Vorrunde noch für möglich gehalten, nachdem Deutschland sein Auftaktspiel gegen Costa Rica mit 0:1 verloren, mit Mühe ein remis gegen Polen und dann das mühselige 4:3 gegen nur 9 Ecuadorianer geschafft hatte! Keiner hätte auch nur einen Pfifferling auf das deutsche Team gewettet, als dieses sich mit viel Hals- und Beinbruch ins Achtelfinale rettete und Lehmann wegen des unglücklichen Fouls an Diego Perasuave für den Rest der WM gesperrt wurde. Der Ecuadorianer (Gehirnerschütterung und Kniescheibenbruch) liegt übrigens noch immer auf der Intensivstation.

Auch als Frankreich und der fünffache Weltmeister Brasilien (1:2 gegen Kroatien, remis gegen Australien und Japan) in der Vorrunde ausschieden, wollte noch niemand glauben, dass Klinsmanns dezimiertes und völlig demoralisiertes Team auch nur den Hauch einer Chance auf ein Weiterkommen hatte. Dann kam das Achtelfinale gegen England und die Neuauflage des Wembley-Tors, als in der neunzigsten Minute Huths Schüsschen vom Kopf des Ersatz-Torwarts Seaman an die Innenlatte gelenkt wurde und in der gleichen Sekunde der Schiri Ante Hoyzero aus Paraguay den Endtreffer zum 3:2 pfiff. Und nicht nur England wurde im Achtelfinale übel mitgespielt: Den Italienern wurden drei klare Treffer nicht gegeben, so dass sie von den Japanern 1:2 ausgeschaltet wurden. Und die Südkoreaner schlugen die spanische Elf, der tags zuvor vom Mannschaftskoch verdorbenes Olivenöl verabreicht worden war.

Im Viertelfinale traf Deutschland dann auf die bisherige Überraschungsmannschaft aus dem Iran, die jedoch plötzlich kickte, als handle es sich um ein Freundschaftsspiel, zumal Trainer Tabatabai aus unerklärlichen Gründen nur die C-Mannschaft auflaufen ließ - und das drei Tage, nachdem Deutschland durch seine Enthaltung im UN-Sicherheitsrat eine Verurteilung des Irans verhindert hatte.

Und dann starb der letzte echte WM-Favorit: Argentinien versuchte, die starken Costa-Ricaner durch grobe Fouls in den Griff zu kriegen, stand am Ende mit nur sieben Mann auf dem Platz und verlor 0:1. Südkorea setzte sich mit 11:10 nach einem Elfmeterschießen gegen Japan durch – der einzig wirklich spannende Moment der WM. Und Kroatien verlor etwas unglücklich 1:2 gegen die Saudi-Araber, die zwar überraschend solide spielten, aber auch nicht gerade zauberten.

Im Halbfinale kam es dann zu der Neuauflage Deutschland gegen Costa Rica. In der zweiten Hälfte der Verlängerung landete Asamoahs Verzweiflungsschuss unversehens im Tor von Keeper Otto Guevara, der kurz zuvor von einer Tomate aus dem deutschen Fanblock am Auge getroffen worden war. Die Saudis drehen noch mal voll auf und schlagen Südkorea nach dem längsten Elfmeterschießen der Fußball-Historie, wobei fünf Saudis und vier Südkoreaner das Tor verfehlen, mit einem Resultat von 1:0.

Dass die Fußballgötter völlig verrückt geworden sein müssen, bewies auch das Spiel um den dritten Platz, als Südkorea 9:0 gegen Costa Rica gewann. Und zu schlechter letzt kam dann das erste Finale der WM-Geschichte, das durch ein Eigentor entschieden wurde. Pechvogel Al Khansir hat inzwischen in Deutschland Asyl beantragt, da in Saudi-Arabien bereits glaubwürdige Todesdrohungen gegen ihn laut wurden, gepaart mit wilden Verschwörungstheorien bis hin zur Behauptung, Al Khansir sei ein Mossad-Agent. Dabei wäre die etwas heftig geratene Rückgabe für den saudischen Torwart durchaus haltbar gewesen.

So nahm die traurigste WM aller Zeiten ein skurriles Ende und verdarb nicht nur den Schlachtenbummlern aus aller Welt wohl für lange Zeit die Freude am Fußball. Selbst die deutschen Fans wollten sich nicht so richtig freuen, entschuldigten sich allenthalben bei den ausländischen Gästen für ihren peinlichen Sieg und stimmten kleinlaut die neue WM-Hymne „Es lebt die Elf“ an.


Es lebt die Elf

So grotesk wie der Verlauf der WM war auch der jähe Aufstieg eines Liedes, das innerhalb einer Woche die Charts stürmte - eine von Stefan Raab erdichtete Cover-Version des Songs "Es lebt der Elf" von Wolfgang Müller, der bislang nur NDW-Freunden durch die Gruppe "Die tödliche Doris" oder arte-Fans durch eine Nebenrolle als Ornithologe in Jörg Buttgereits Film "Nekromantik II" geläufig war.

Es lebt die Elf
Im Feld, im Tor
Im Dreck, im Eck
In Ruhm und Schand

Da lebt die Elf
In Wind und Traum
In Gras und Tau
In Staub und Raum

Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die dir wirklich helfen!
Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die dir wirklich helfen!

Es lebt die Elf
In Wolke und Sturm
In Donner und Blitz
In Trikot und Schuh

Es lebt die Elf
In Stadt und Land
In Vogts und Wörns
In Sand am Strand

Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die dir wirklich helfen!
Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die Deutschland echt helfen!

Es lebt die Elf
In Ernst und Witz
In Spiel und Spaß
In Puma, Adidas
Es lebt die Elf, in Hamburg selbst
In Köln, Hannover, Westberlin

Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die dir wirklich helfen!
Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die dir wirklich helfen!

Es lebt die Elf
In Völler, Ballack, Schweinsteiger
In Sport und Tanz
Es lebt die Elf
In Calmund, Daum und Klinsimann
Selbst im Wort „helfen“

Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die dir wirklich helfen!
Es sind Elfen, Elfen, Elfen, die nun Deutschland jetzt helfen!

Website von Wolfgang Müller

Das legendäre Original-Lied "Es lebt der Elf" findet sich in der CD-Beilage von Johannes Ullmaiers Buch "Von Acid nach Adlon" (Ventil-Verlag, 2001).