Europäischer Werberat: Aktuelle Rügen und Abmahnungen


Der europäische Werberat musste diesen Monat wieder zahlreiche Rügen und Strafen wegen unlauteren und sexistischen Wettbewerbs aussprechen. Unten die aktuell verhandelten Fälle im Bereich "Gender-Delikte". Bezeichnenderweise kamen die meisten davon aus dem "Libertären Freistaat Bayern", der vor einigen Jahren aus der EU ausgetreten ist. Daher können dort ansässige Firmen leider von der EU-Justiz rechtlich nicht belangt werden.


Der historische Präzedenzfall:

Vor zwanzig Jahren hatten die Prospekte der Hamburger Fitness-Studios "Feuersports" für Furore gesorgt und ließen so die Keimzelle des Europäischen Werberats entstehen. In diesem Prospekt wurde der Po einer breitbeinig knieenden Frau in Spitzenunterwäsche als Werbemotiv eingesetzt. Überschrift: "Falls Sie ihre Fitness suchen...". Bereits damals hatte der "deutsche Werberat" diese Kampagne als "frauenerniedrigend" gerügt. Die Anzeige habe keinen Bezug zu den beworbenen Fitness-Studios und degradiere Frauen durch eine empfängnisbereite Pose zu einem sexuell verfügbaren Objekt. Seitdem gibt es immer wieder nur auf Kommerz ausgerichtete Firmen, die Profit mit Frauenfeindschaft machen wollen, indem sie nackte Frauen ohne erkennbaren Bezug mit dem beworbenen Produkt verknüpfen.

Die Mutter aller Werbesünden
Fall Nr. 1: Kontaktlinsen auf Abwegen

Die englische Optikerkette "Bears & Glasses" aus Coventry wirbt auf einem Plakat für Kontaktlinsen und bildet dafür eine Frau mit entblößter Silikonbrust ab. Hier ist eindeutig keine Beziehung des Produkts zum Blickfänger herstellbar, so dass der vermeintliche Sex-Appeal der abgebildeten Frau schamlos ausgenutzt wird, um die Aufmerksamkeit über die Umwege niederer Instinkte auf das Produkt "Kontaktlinsen" zu lenken. Ferner wird durch das Plakat suggeriert, die "typisch unbedarfte" Frau hätte die Kontaktlinsen auf ihre Brustwarzen gelegt. Für dieses Plakat hat der Werberat der EU eine scharfe Rüge ausgesprochen. Die Optikerkette ist zur Zahlung von 13 Mill. Euro an die Stiftung für die Opfer von Gender-Delikten verurteilt worden. Das abgebildete Model kam mit einer Ermahnung davon.

Abb.1: Optikerkette "Bears & Glasses"
Fall Nr. 2: Auf Fischfang mit offenem Visier

Die Firma "Gore Zone" wirbt für ihre neue Taucherausrüstung mit einer weiblichen Person, die das beworbene Produkt, den Taucheranzug, zwar trägt, ihn aber im Brustbereich nicht mit Hilfe des Reißverschlusses verschlossen hat, so dass der Oberkörper des Models den gierigen Blicken Y-chromosomaler Menschen ausgesetzt ist. Auch hier ist die Absicht erkennbar, produktfremde optische Reize zur Kaufstimulation zu missbrauchen. Nach wütenden Protesten und Aktionen zorniger Kundinnen hat "Gore Zone" das Foto bereits freiwillig
aus seinem Werbekatalog entfernt.

Abb. 2: Sportausrüster "Gore Zone"
Fall Nr. 3: Buchführung mit nackten Tatsachen

Der Norman-Ribbentrop-Verlag bewirbt seine Loseblattsammlung "Moderne Buchführung" mit einer völlig entkleideten Blondinen, die zwar das entsprechende Lehrbuch in der Hand hält, jedoch erkennbar nicht in ihm liest, sondern mit lasziv geöffnetem Mund mit dem Betrachter flirtet. Außerdem scheint sie mit ihrer linken Hand zu masturbieren. Masturbation ist zwar als Zeichen weiblicher Selbstbestimmung unter Gender-Gesichtspunkten positiv konnotiert, ist jedoch dennoch nicht dazu angetan, Werbeträger für themenfremde Produkte darzustellen. Das gleiche gilt auch für das Werbebild für die Karl-Marx-Ausgabe ("Das Kapital") des Verlags (linkes Bild). Wir legen dem Norman-Ribbentrop-Verlag nahe, die Frau jeweils durch einen Mann zu ersetzen!

Abb.3: Norman-Ribbentrop-Verlag
Fall Nr. 4: Übers Ziel hinausgeschissen

Der österreichische Toilettenpapierhersteller Kackle wirbt in einer Zeitschriftenanzeige für sein Klopapier "Kackle feucht". Auf dem Reklamebild sieht man eine splitternackte junge Frau in der Hintenansicht, die, so wird offenbar suggeriert, in einem öffentlichen Park gerade ein Bedürfnis erledigt und sich danach des betreffenden Produkts von Kackle bedient hat. Hier ist zwar ein eindeutiger Bezug der Handlung der Frau zum Produkt erkennbar, doch auch hier wird Nacktheit wahrscheinlich gezielt als Blickfang gerade männlicher Betrachter eingesetzt, um den Absatz des Produkts zu erhöhen. Die Firma Kackle hat versprochen, das inkriminierte Reklamebild nicht mehr zu verwenden.

Abb. 4: Werbung für "Kackle Feucht"
Fall Nr. 5: Juwelier mit fadem Beigeschmack

Die finnische Schmuckgeschäftkette "Sampo" setzt für die Promotion ihrer neuen Ohrringe-Créationen das Gesicht einer jungen schönen Frau ein, die zwar kaum erkennbar einen Ohrring trägt, ansonsten aber keinerlei Relevanz zum beworbenen Produkt aufweist, zumal ihre Konzentration anscheinend weniger einem Ohrring, sondern vielmehr einem undefinierbaren Gegenstand gilt, den sie in ihren Mund führt. Einige Kritikerinnen monierten sogar, dieser Gegenstand erinnere an ein männliches Glied. In diesem Falle wäre zwar die Frau gendergerecht der aktive Part des Geschehens, andererseits könnten aber gerade dadurch Menschen mit Y-Chromosom sexuell stimuliert werden, was eindeutig gegen die Gender-Richtlinien der Schwarzer-Kommission verstoßen würde. Sampo wurde auferlegt, beim nächsten Reklamebild den Ohrring am Ohr der Frau deutlicher ins Bild zu setzen.

Abb. 5: Finnischer Juwelier "Sampo"
 
Fall Nr. 6: Verstoß gegen Gender-Richtlinien?

Das Freiburger Modegeschäft A&C, das sich ausschließlich an weibliche Kundinnen richtet, bebilderte einen Prospekt mit Darstellungen leicht bekleideter Damen. Da darunter auch zwei Herrenkleider (Herren-Rock und Herren-Zweiteiler) firmierten, bestand der Anfangsverdacht, dass der Prospekt auch männlichen Kunden zugänglich gemacht werden sollte. Doch die Werbestrategen von A&C konnten glaubhaft versichern, dass sie in diesem Falle lediglich eine weiblich-lesbische Zielgruppe anvisieren wollten, welche bekanntermaßen nun mal auch Herrenkleider benutzt und deren Kaufkraft man legitimerweise durch besondere erotisierende Stimuli gerecht werden muss. Auch die Abbildung zum "Herren-Zweiteiler", in der eine Dame sich französisch an einem Herrenglied befriedigt, verstößt nicht gegen irgendwelche Gender-Richtlinien, da in diesem Fall der Mann sich passiv verhält und die Lustbefriedigung offenbar ausschließlich der Frau zugute kommt. Hier wird klar, dass es sich bei dem Mann nicht um einen potenziellen Patriarchen, sondern um einen Haus-Liebesdiener handelt. Daher ist A&C vom Sexismus-Verdacht entlastet.

Abb. 6: Bekleidungshaus "A&C"
 
Fall Nr. 7: Gesetzeslücke bei Heathcliff-PC

Im Zweifel für den Angeklagten. Zwar berief sich auch Heathcliff Computer darauf, mit seiner Zeitungsanzeige ausschließlich weibliche Kundinnen anzusprechen, doch gibt es zahlreiche Fälle, in denen die betreffenden Zeitungen auch an Männer verkauft wurden, da die Gesetzesnovelle zum Verbot des Verkaufs von Frauenmedien an Männer nocht nicht endgültig in Kraft getreten ist. Heathcliff-Computer hat sich diese Gesetzeslücke zunutze gemacht und offensichtlich mit seiner Anzeige nicht nur weibliche Personen angesprochen, sondern durch in EDV-irrelevanten aufreizenden Posen verharrenden Frauen versucht, y-chromosomale Kauf-Erregung zu provozieren und dadurch die abgebildeten Frauen in ihrer Gender-Würde zu erniedrigen. Und durch anzügliche Wortspiele wie "Maus" (Frühere verächtliche Männer-Bezeichnung für attraktive Frau) und "Pineapple" (amerikanische Bezeichnung für das weibliche Lustzentrum) wird zusätzlich zweifelhaft, ob wirklich nur Lesbierinnen kaufstimuliert werden sollten. Der Werberat erteilt Heathcliff Computers daher eine Rüge, kann aber vorläufig keine Strafmaßnahmen festsetzen.


Abb. 7: "Heatchliff Computers"

 
Fall Nr. 8: Euro Warez

Unser altes Sorgenkind "Euro Warez" ist bereits vor Jahrzehnten durch seine menschenverachtenden "Sonderangebote" für junge Jihad-Kämpfer und für "kaufkräftige Junkies" in die Schlagzeilen geraten. Nun ist das größte Versandhaus Europas wieder rückfällig geworden und wirbt mit ausgezogenen Frauen für sachfremde Produkte wie Globen, Kugelschreiber und Energy-Drinks. Eine Strafverfolgung ist leider nicht möglich, da Euro Warez seinen Hauptsitz ins EU-abtrünnige Bayern verlegt hat.

Link zur beanstandeten Website von Euro Warez

 

 

Da das EU-Steueraufkommen in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen ist, ist leider auch der Europäische Werberat auf eine Teilfinanzierung durch Werbung angewiesen. Für den Inhalt der untenstehenden Werbung ist unser Werbevermarkter "Eurolinks" verantwortlich.

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